Der Magdeburger Regionalverkehrsverbund marego reformiert zum 1. August 2026 seinen Tarif. Die Zahl der Preisstufen sinkt von 14 auf 6, das Angebot wird deutlich verschlankt, die 24-Stunden-Karte lohnt sich fortan in jeder Relation schon ab der zweiten Fahrt und Familien profitieren von neuen Mitnahmeregeln. Ziel ist es, den ÖPNV-Tarif im Verbundgebiet einfacher, übersichtlicher und alltagstauglicher zu gestalten.
Weniger Preisstufen
Künftig wird die Zahl der Preisstufen von bislang 14 auf 6 reduziert. Es werden zwei Preisstufen für den Nahbereich geschaffen: die Preisstufe MD, die nur für die Landeshauptstadt Magdeburg gilt, und die Preisstufe Lokal für Fahrten innerhalb einer Tarifzone mit Bus und Zug sowie für Fahrten zum benachbarten Tarifpunkt in einer weiteren Tarifzone, solange diese Fahrten im Bus stattfinden. Für längere Fahrten gibt es die Preisstufen Regio 1 bis Regio 4. Für Fahrgäste soll das Preissystem dadurch einfacher und verständlicher werden.
Weniger Produkte
Auch das Sortiment wird überarbeitet. Es gibt derzeit fast 200 Fahrkartenarten und mehr als 11.000 Kombinationen aus Fahrkarten und Preisstufen. Künftig wird sich marego stärker auf die Angebote konzentrieren, die im Alltag tatsächlich nachgefragt werden. Im Mittelpunkt stehen zwei Kernprodukte: die 24-Stunden-Karte für die Tagesmobilität und die persönliche Abo-Monatskarte für die Monatsmobilität. Die 24-Stunden-Karte soll sich künftig bereits ab der zweiten Fahrt lohnen.
Familienfreundlich
Für Familien sieht die Reform spürbare Änderungen vor. Nicht nur wird die 24-Stunden-Karte günstiger, es können bis zu drei Kinder bis einschließlich 14 Jahren kostenlos mitgenommen werden – ein deutlicher Vorteil für Familien im Alltag. Diese Mitnahmeregelung wird auch für die persönliche Abo-Monatskarte nutzbar sein.

Abo-Angebot
Für rund 130 Tsd. Abonnenten bereitet der Verbund ebenfalls zahlreiche Änderungen vor. Im Abo-Bereich setzt marego künftig auf die persönliche Abo-Monatskarte, die monatlich kündbar ist und ausschließlich digital als Chipkarte sowie als Handyticket zur Verfügung steht. Zudem wird die ermäßigte Abo-Monatskarte künftig auch für Menschen ab 65 Jahren angeboten.
Die übrigen Abo-Monatskarten werden abgeschafft. Dafür wird durch die Abo-Erweiterung Abo-Plus ein zur persönlichen Abo-Monatskarte zubuchbarer Baustein eingeführt. Diese Abo-Erweiterung ermöglicht die ganztägige Übertragbarkeit der Abo-Monatskarte auf andere Personen, die Mitnahme eines Hundes, die Mitnahme einer weiteren Person montags bis freitags ab 17 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen ganztätig. An den Wochenenden und Feiertagen gelten die Zusatzfunktionen verbundweit.
Das Deutschland-Ticket ist von der Tarifreform nicht betroffen. Durch die Veränderungen bei den marego-Abonnements lohnen sich Vergleiche jetzt umso mehr.
Digitalisierung
Teil der Reform ist auch eine stärkere Digitalisierung im Vertrieb. In den Preisstufen MD und Lokal führt marego für ausgewählte Produkte einen Digitalrabatt von rund 10 Prozent ein, unter anderem bei Kurzstrecke, Einzelfahrt und 24-Stunden-Karte. Zusätzlich soll es in der Fairtiq-App einen Wochenbestpreis geben. Fahrkarten der Preisstufen Lokal sowie Regio 1 bis Regio 4 werden künftig bereits beim Kauf entwertet. Die bisherige Entwertertechnik wird – außer in den Fahrzeugen der MVB und auf den Bahnhöfen innerhalb der Stadt Magdeburg – abgeschafft. Damit sollen die Kosten im Vertrieb in längerer Perspektive optimiert werden.
Preisanpassungen
Nach Angaben von marego liegt die durchschnittliche Preisanhebung im Rahmen der Reform bei 3,9 Prozent. Zahlreiche Produkte werden dank des Digitalrabatts und der Rückfahrtrabattierung mit der 24-Stunden-Karte nicht teurer. Gleichzeitig wird rund ein Drittel aller Fahrten günstiger.
Hintergründe der Reform
Hintergrund der Tarifreform sind veränderte Rahmenbedingungen im Nahverkehr, insbesondere seit Einführung des Deutschland-Tickets. Während die Fahrgastzahlen steigen, gehen die Verkaufszahlen klassischer Tarifprodukte wie bspw. Einzelfahrten um 38%, Monatskarten um 86% und Jobtickets um 60% deutlich zurück. Der Verbund sieht deshalb die Notwendigkeit, sein regionales Tarifsystem grundlegend neu auszurichten.
„Die Menschen wollen vor allem eines: einfach ankommen. Genau daran orientiert sich unsere Reform. Wir wollen einen Tarif, den man schnell versteht, der fair aufgebaut ist und im Alltag wirklich hilft. Wir setzen bewusst auf Familienfreundlichkeit, um den ÖPNV für Familien zu öffnen“, sagt marego Geschäftsführer Marcel Czarnecki.
Das Deutschland-Ticket bleibt nach Angaben des Verbunds ein zentraler Bestandteil des Angebots. Die Reform soll sicherstellen, dass neben dem Deutschland-Ticket auch ein regionaler Tarif mit klarer Funktion und nachvollziehbarem Nutzen bestehen bleibt.
Weitere Informationen zur Tarifreform, zu den neuen Preisstufen und den konkreten Änderungen für Fahrgäste sind unter www.einfachankommen.info zu finden.
Die Abonnenten werden zu den bestehenden Abo-Verträgen in den kommenden Monaten durch die Abo-ausgebenden Verkehrsunternehmen entsprechend informiert.
Der Verbund unterstreicht, dass die Tarifreformankündigung unter dem Vorbehalt der Tarifgenehmigung gilt.
Über marego
Der Magdeburger Regionalverkehrsverbund – marego ist der Verkehrsverbund für die Landeshauptstadt Magdeburg sowie für die Landkreise Börde, Jerichower Land und Salzlandkreis. Im marego-Gebiet sind die Fahrgäste mit einer Fahrkarte in Bahn, Bus und Straßenbahn mobil. Dabei können die Angebote der jeweiligen Verkehrsunternehmen genutzt werden, ohne beim Umsteigen eine neue Fahrkarte lösen zu müssen. Jährlich nutzen mehr als 50 Mio. Fahrgäste den marego-Tarif.
Dies ist eine Pressemitteilung des Magdeburger Regionalverkehrsverbund – marego.
