Triebwagen 70Triebwagen 70

Triebwagen 70

Der Triebwagen 70 entstammt einer in den Jahren 1938 bis 1943 gebauten Serie von insgesamt 18 sogenannten Hechtwagen, die diesen Namen aufgrund ihrer äußerst prägnanten Form erhielten. Um ein Begegnen von Straßenbahnzügen in engen Kurven zu ermöglichen, wurden die Wagenenden auf nur 40 cm zugespitzt. Eine abgeschlossene Fahrerkabine bedeutete, neben der verwendeten Druckknopf – Steuerung und dem Sitzplatz für das Fahrpersonal, eine Revolution im Straßenbahnbau.

Erstmalig kam in Magdeburg mit diesem Fahrzeugtyp ein Straßenbahnwagen zum Einsatz, bei dem man auf den herkömmlichen, handbedienten Fahrschalter verzichtete. Ein über Drucktasten und Fußpedal betätigtes vielstufiges Nockenschaltwerk ermöglichte ein ruckfreies Anfahren und Bremsen. Die mit einem Hebel über eine Ratsche bediente Handbremse zeichnete sich durch einen erheblich verringerten Kraftaufwand bei deren Bedienung aus. Weiterhin konnte man konstruktionsbedingt bei diesem Fahrzeug zum ersten Mal auf die Trittstufe zwischen Perron und dem Wageninneren verzichten und erreichte neben der gediegenen Innenausstattung damit eine weitere Komforterhöhung.

Dieser Triebwagen präsentiert sich im Zustand ab 1964 nach dem Umbau zum Einrichtungswagen. Als letzter im Einsatz befindlicher Hechtwagen wurde dieses Fahrzeug 1973 abgestellt und im Jahre 1977 mit anderen Fahrzeugen zum 100 jährigen Jubiläum der Magdeburger Strassenbahn auf dem Alten Markt ausgestellt. Mit dem Einsatz als historisches Fahrzeug seit 1984 dokumentiert dieser Triebwagen die technische Entwicklung des Wagenparks der Magdeburger Strassenbahn.

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Baujahr:1943
Hersteller mech.:Christoph & Unmack, Niesky O.L.
Hersteller elek.:Sachsenwerk Niedersedlitz, Dresden
Länge:11.760 mm
Achsabstand:3.100 mm
Sitzplätze:24
Stehplätze:38
Motortyp:GBv 335
Motorleistung (kW):2 x 80
Fahrschaltertyp:hydraulischer Zentralnockenfahrschalter ZF Sachsenwerk
Bremsart:elektrodynamische Bremse; Handbremse
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