MVB will neue Schnurbäume pflanzenNews

MVB will neue Schnurbäume pflanzen

Der Schnürbaum am SüdringDie MVB baut in der Wiener Straße eine neue Straßenbahnstrecke. Bei den Bauarbeiten wurde festgestellt, dass der im Kreuzungsbereich stehende Schnurbaum nicht zu halten ist. Als Ausgleich will die MVB zwei neue große Schnurbäume pflanzen.

„Schon bei den Planungen für die neue Straßenbahnstrecke in der Wiener Straße wurde der Schnurbaum an der Kreuzung Südring besonders berücksichtigt. Durch eine besondere Wegeführung sollte er trotz Bauarbeiten erhalten bleiben“, sagt MVB-Geschäftsführerin Birgit Münster-Rendel.

Bei den aktuellen Bauarbeiten an der Kreuzung musste nun festgestellt werden, dass die Wurzeln des Schnurbaumes weit in den neuzubauenden Fahrbahnbereich hineinragen und nur 5 bis 10 cm unter der neuzubauenden Fahrbahn liegen.
Die MVB hat daher das zuständige Planungsbüro beauftragt, Möglichkeiten zum Erhalt des Schnurbaumes zu untersuchen. Die Untersuchung erfolgte unter anderem in Abstimmung mit dem Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg sowie dem Umwelt- und Tiefbauamt.

Eine Variante, den Baum trotz der neuen Kreuzungsaufteilung erhalten zu können, würde den Rückschnitt der Wurzeln bedeuten. Damit der Baum den Rückschnitt verkraftet, müssten aber im gleichen Atemzug zwei große Hauptäste der Säge zum Opfer fallen. „Der Schnurbaum würde somit nicht mehr wie der Baum aussehen, den viele Magdeburger in ihr Herz geschlossen haben“, so die MVB-Geschäftsführerin. Bei einem Sturmschaden 2015 musste der Baum bereits einmal erheblich zurückgeschnitten werden, sodass er schon seit längerem nicht mehr wie das Prachtstück von einst an der Kreuzung steht. Die auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehende Kastanie musste damals sogar gänzlich gefällt werden.

Als weitere Variante wurde untersucht, im Kreuzungsbereich statt der geplanten drei nur zwei Fahrspuren zu bauen. Dies würde aber zu einer Überlastung der Kreuzung und demzufolge zu andauernden Stauerscheinungen führen. Als dritte Variante wurde vorgeschlagen, die Breite der Fahrspuren und der neuen Straßenbahnhaltestelle zu reduzieren. Dies würde aber nicht nur zu Problemen für Fußgänger und Fahrgäste führen, da dann nicht mehr genügend Platz zum Warten an der Ampel zur Verfügung stehen würde, auch müsste bei dieser Variante trotzdem in den Wurzelbereich des Schnurbaums eingegriffen werden.

Ein 2016 in Auftrag gegebenes Gutachten der Stadt attestierte dem Schnurbaum einen Erhaltungszustand der Schadstufe 3. Er gilt damit als stark beschädigt. Als maximale Reststandzeit werden 15 bis 20 Jahre prognostiziert, die aber laut Gutachter fraglich sind.

„In gründlicher Abwägung aller Vor- und Nachteile für alle Beteiligten, also Mensch, Umwelt und Verkehr, und unter der Beachtung der bereits fortgeschrittenen starken Schädigung des Baumes, ist es aus unserer Sicht unumgänglich, den Baum zu fällen“, sagt Birgit Münster-Rendel.

Die MVB ist sich um die Bedeutung des Verlusts des einst standortprägenden Baumes bewusst. „Daher wollen wir zwei neue große Schnurbäume an der Kreuzung pflanzen. Diese sollen den Bereich als Einfallstor nach Sudenburg deutlich aufwerten“; so Birgit Münster-Rendel weiter. Ein Schnurbaum soll am jetzigen Standort des alten Baumes gepflanzt werden, ein weiterer auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wo bis 2015 die Kastanie stand.

Die neuen Schnurbäume sollen einen Stammumfang von 60 bis 70 cm und eine Baumkrone von 3 Meter Durchmesser haben. Die Kosten für die Neupflanzung werden auf ca. 20.000 Euro geschätzt.

In der letzten Woche hatte die Interessengemeinschaft (IG) Sudenburg in der Presse das Vorhaben vorgestellt, Spenden zu sammeln für die Neupflanzung der Kastanie, die 2015 dem Sturm zum Opfer gefallen ist. „Wir haben bereits Gespräche mit der IG geführt, ob nicht die MVB die Kosten für die Neupflanzung übernehmen kann“, sagt die MVB-Geschäftsführerin. Es soll außerdem noch in Abstimmung mit den Bürgern entschieden werden, ob zwei Schnurbäume oder ein Schnurbaum und, wie von der IG ursprünglich vorgeschlagen, eine Kastanie gepflanzt werden sollen.

Die Fällung des Schnurbaumes stellt eine Änderung zur planfestgestellten Unterlage dar. Daher beantragt die MVB die vorgeschlagene Lösung mit der Auflage, zwei neue große Bäume zu pflanzen, bei der Planfeststellungsbehörde.

Veröffentlicht am 28.03.2017.

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