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Straßenbahntrasse in der Wiener Straße wird errichtet
Die Landeshauptstadt Magdeburg als Aufgabenträger für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und wir reagieren auf den offenen Brief der Anwohnerinitiative zum Neubau der Straßenbahntrasse durch die Wiener Straße im Rahmen der Errichtung der 2. Nord-Süd-Verbindung (2. NSV) für die Straßenbahn in Magdeburg.
Der Bau der Straßenbahntrasse sei unwirtschaftlich, teilen die Unterzeichner des offenen Briefes mit. Bereits in der Bürgerversammlung am 30. März 2010 wurde umfangreich dargelegt, welchen Prüfungen eine Infrastrukturmaßnahme, die in hohem Umfang (90%) gefördert ist, unterliegt. Wichtiger Bestandteil des Prüfverfahrens durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) ist eine standardisierte Bewertung, die sowohl volks- als auch betriebswirtschaftliche Aspekte bewertet. Diese wurde für die gesamte 2. NSV erstellt und endet für alle Planfälle positiv. Das bedeutet, diese Maßnahme ist sowohl volkswirtschaftlich, als auch betriebswirtschaftlich sinnvoll. Dem Vorwurf der Verschwendung von Steuermitteln kann damit ausdrücklich widersprochen werden.
Die Verfasser führen weiterhin aus, dass eine grüne Trasse in Magdeburg zugunsten einer Durchgangsstraße mit entsprechendem Straßenbahnverkehr aufgegeben wird. Es ist richtig, dass der vorhandene Grünstreifen entfällt, da es sich hierbei um die für den weiteren Ausbau der Straßenbahntrasse vorgehaltene Fläche handelt. Die geplanten Neupflanzungen sind nicht der Ersatz für den entfallenen Grünstreifen, sondern eine städtebaulich sinnvolle Ergänzung der bereits ausgebauten Straßensüdseite.
Darüber hinaus wird die nicht ausreichende Breite der Gehwege angemahnt. Die zukünftige Breite der Gehwege ist an der Umfeldnutzung sowie Randbebauung ausgerichtet. Die Gehwege orientieren sich nicht an der Mindestbreite sondern werden eine Breite zwischen 2,50 m und 3,00 m haben. Der Verkehrsraum von zwei nebeneinander gehenden Fußgängern beträgt 1,80 m. Bei den vorliegenden Belastungen kann nicht von gegenseitigen Beeinträchtigungen ausgegangen werden.
Zur zukünftigen Linienführung der Linie 5 zwischen Messegelände und Leipziger Chaussee über Europaring, Wiener Straße gibt es im derzeitigen Streckennetz der MVB keine wirtschaftliche Alternative. Eine Linienführung über Leipziger Straße, Halberstädter Straße zum Südring, wie von der Anwohnerinitiative vorgeschlagen, ist weder für den Kunden noch die MVB attraktiv. Die Fahrzeit würde sich erheblich erhöhen und damit die positiven wirtschaftlichen Effekte der 2. NSV beeinträchtigen.
Es ist darüber hinaus nicht richtig, dass die Buslinien 52 und 54 mit Aufnahme des Straßenbahnbetriebes durch die Wiener Straße weiter betrieben werden. Mit Fertigstellung des Bauabschnitts (BA2) wird die Linie 52 nur noch zwischen Am Stern und Schlachthof verkehren. Nach Fertigstellung des BA7 durch die Raiffeisenstraße verkehrt die Linie 54 ebenfalls nur noch zwischen Bördepark, Ottersleben und Sudenburg.
Der Bauabschnitt 2 der 2. NSV ist durch den Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg am 22. Juni 2010 mit Auflagen beschlossen worden. Über die Bearbeitung der Auflagen wird der Stadtrat im III. Quartal 2010 informiert. Die Information wird öffentlich zugänglich sein. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens findet eine öffentliche Auslegung der Planung statt.
Veröffentlicht am 28.06.2010.