Magdeburger VerkehrsbetriebeSchriftgröße einstellen
MVB-Aktion “Das Leben fährt mit.”Ich bin schon seit einigen Jahren begeisterter Fan des SCM und seit ein paar Jahren sogar Besitzerin einer Jahreskarte. Mit einem SCM-Ticket ist es einem Fan möglich, die MVB gratis zu nutzen (was ich übrigens sehr zu schätzen weiß.)
An diesem Tag hat der SCM erfolgreich gegen den TV Großwallstadt gespielt. Nichts desto trotz weinte der Himmel, sprich es schüttete aus Kübeln! Meine Freundin, eine vorausschauende Person, hatte einen Regenschirm mit. Wie immer nach einem Spiel, sind wir gut gewappnet mit dem Schirm (für 2 ist ein Schirm ja auch ausreichend…) Richtung Straßenbahnhaltestelle. An der Ampel fielen uns merkwürdige, alle mit derselben schwarzen Trainingskleidung angezogene Männer auf.
Mein erster Gedanke:
„Hey, das ist die Großwallstadtmannschaft“ und teilte diesen auch meiner besten Freundin mit. Diese bemerkte nur trocken: „Ich bin mir sicher, die können sich einen Mannschaftsbus leisten! Und mal ehrlich, welche Mannschaft fährt mit der Straßenbahn?“
Kaum hatte sie diese Sätze ausgesprochen, „krochen“ zwei weitere Typen unter unseren Schirm (okay, unter den Schirm meiner Freundin) und meinten „Wir passen doch auch noch hier drunter!“ Uns beiden klappte der Unterkiefer runter und wir ergaben uns völliger Sprachlosigkeit (und das kommt selten vor).
Da standen vor uns zwei Spieler vom TV Großwallstadt und als wir uns umsahen, war da auch der Rest der ganzen Mannschaft. Komplett vom Trainer bis zum Physiotherapeuten. Gemeinsam gingen wir dann Richtung MVB-Haltestelle und stiegen auch ALLE in die Straßenbahn. Ein Spieler bemerkte nur trocken, „war doch ne gute Idee mal nicht mit dem Bus zu fahren! Außerdem, wenn wir den Zug nicht bekommen, können wir hier in Magdeburg ja noch was unternehmen!“
Auch andere Fans befanden sich mit in der Bahn und die meisten waren genauso perplex, wie wir! Einer rief dann doch ganz aufgeregt in die Menge:
„Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich heute meine Kamera mitgenommen, das glaubt mir doch niemand, wenn ich das zu Hause erzähle!“ Ich denke, er hat das ausgesprochen, was wir wohl alle in diesem Moment gedacht haben. Die Straßenbahn ist bestimmt eines der sichersten Verkehrsmittel, aber an diesem Abend fühlten wir uns Frauen noch sicherer, umgeben von so vielen, starken, durchtrainierten (und meist gut aussehenden) Männern, mit denen man – aus verständlichen Gründen – sehr gut über Handball diskutieren konnte.
Nebenbei bemerkt, waren sie auch sehr faire Verlierer. Leider hat sich dieses Erlebnis bis heute nicht wiederholt. Das wäre uns nämlich aufgefallen, weil wir nach den Spielen des SCM immer noch mit der Straßenbahn fahren und das liegt nicht allein an der Hoffnung noch mal so etwas zu erleben.
Autorin: Kerstin Kleinloff