Beim Fahrer einsteigen: MVB weitet „Buseinstieg vorn“ auf den ganzen Tag ausNews

Beim Fahrer einsteigen: MVB weitet „Buseinstieg vorn“ auf den ganzen Tag aus

Wir sitzen doch alle in einem Bus Bereits seit einem Jahr steigen Fahrgäste abends in den Bussen der MVB vorn beim Fahrer ein. Nach positiven Erfahrungen gilt die Regelung nun bald auch tagsüber.

Mit Beginn der Sommerferien ab Montag, den 26. Juni soll auf allen Buslinien der MVB nur noch an der ersten Tür eingestiegen werden. Fahrgäste zeigen beim Einsteigen dem Fahrer ihre gültige Fahrkarte vor. Ausgestiegen wird an den hinteren Türen. Fahrgäste, die noch nicht im Besitz einer gültigen Fahrkarte sind, können diese am Fahrkartenautomaten im Bus erwerben, müssen dies aber dem Fahrer mitteilen. Ausgenommen vom Vordereinstieg sind weiterhin mobilitätseingeschränkte Fahrgäste wie Rollstuhlfahrer, Fahrgäste mit Kinderwagen, Fahrrädern oder mit sperrigem Gepäck. Sie können weiterhin die hinteren Türen benutzen.

Sicher ist sicher:

Wir bitten Sie also um Folgendes:

  • ab 26. Juni in alle MVB-Busse nur noch vorn an der Fahrertür einsteigen
  • beim Einsteigen dem Fahrpersonal unaufgefordert Ihre gültige Fahrkarte zeigen
  • zum Verlassen des Busses die hinteren Türen des Busses nutzen.

Ausnahmen

  • Einsteigende ohne gültige Fahrkarte zeigen das nötige Geld beim Fahrpersonal vor und kaufen ihre Fahr­karte am Automaten im Bus.
  • Mobilitätseingeschränkte Fahrgäste und Fahrgäste mit Kinderwagen, Fahrrädern oder sperrigem Gepäck können weiterhin die dafür vorgesehene zweite Tür der Busse nutzen.
  • Bei Verspätungen oder hohem Fahrgastauf­kommen liegt es im Ermessen des Fahrpersonals, die hinteren Türen zum Einstieg freizugeben.

Weniger Schwarzfahrer, mehr Fairness für alle

„Das erste Jahr Buseinstieg vorn ab 21 Uhr ist rum und hat uns gezeigt, dass die Magdeburger das Prinzip ‚vorne rein, hinten raus‘ verstanden haben“, sagt MVB-Geschäftsführerin Birgit Münster-Rendel mit einem Augenzwinkern. Nun soll diese Regelung den ganzen Tag über gelten.
Von der Regelung profitieren alle, ist sich Birgit Münster-Rendel sicher: „Zum Einen erhöht sich der persönliche Kontakt, da jeder Fahrgast beim Einsteigen vom Fahrer begrüßt wird, zum Anderen gehen wir davon aus, den Anteil der Schwarzfahrer weiter senken zu können. Unsere ehrlichen Fahrgäste zahlen so für die Unehrlichen nicht mehr mit.“

Allein mit der Einführung des Vordereinstiges ab 21 Uhr seit letztem Jahr konnte die Schwarzfahrerquote im Bus enorm gesenkt werden. Im Jahresvergleich wurden allein an den mobilen Fahrkartenautomaten in den Bussen fast 28 % mehr Tickets verkauft, als im Vorjahreszeitraum. Für das Unternehmen ist es daher nur konsequent, die Regelung den ganzen Tag über auf allen Buslinien anzuwenden.

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Positive Auswirkungen hat diese, in vielen deutschen Großstädten gültige Regel, auch auf die Pünktlichkeit. Durch den besseren Fahrgastfluss, Ein- und Aussteige kommen sich nicht mehr in die Quere, kann sich die Aufenthaltsdauer an den Haltestellen verringern.

Auch das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste und die Sauberkeit im Fahrzeug soll erhöht werden. Ulf Wilke, Abteilungsleiter Betrieb und Projektverantwortlicher sagt: „Fahrgäste ohne Fahrkarte oder mit unerlaubten Speisen und Getränken, vor allem alkoholischen Getränken, können von der Mitfahrt durch den Fahrer ausgeschlossen werden. Schließlich soll sich jeder Fahrgast in unseren Fahrzeugen wohlfühlen.“

Alle Türen frei an der Kastanienstraße, am Alter Markt und an der Braunlager Straße

Jede Regel hat aber natürlich auch Ausnahmen. Fahrgäste die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, wie etwa Rollstuhlfahrer, Fahrgäste mit Kinderwagen, Fahrrädern oder mit sperrigen Gepäck, können weiterhin die dafür vorgesehene zweite Bustür benutzen. Diese zeigen bitte beim Einstiegen ihre Fahrkarte hoch – der Fahrer kann dies im Rückspiegel beobachten. Außerdem liegt es bei Verspätungen oder sehr stark frequentierten Haltestellen immer auch im Ermessen des Fahrers, alle Türen zum Einsteigen freizugeben. An Haltestellen, an denen besonders viele Fahrgäste zusteigen, wie z. B. Alter Markt, Kastanienstraße und Braunlager Straße, kann grundsätzlich an allen Türen zugestiegen werden.

In den ersten Tagen ab dem 26. Juni werden MVB-Mitarbeiter bei der Einführung des Buseinstieg vorn unterstützend im Liniennetz unterwegs sein: „Unsere Mitarbeiter werden den ganzen Tag über an Schwerpunkthaltestellen stehen und in einigen Buslinien mitfahren, um die Fahrgäste auf die neue Regelung hinzuweisen“, sagt Ulf Wilke.

Veröffentlicht am 19.06.2017.

E-Mail an die MVB